„Die verrückteste Rallye der Welt“ ist nicht nur der Titel einer Actionkomödie aus dem lange zurückliegenden Jahr 1976 (vielen Dank an dieser Stelle an meine sehr geschätzte Kollegin, ohne deren entsprechenden Hinweis diese Überschrift beziehungsweise Einleitung nie zustande gekommen wäre), sondern auch die perfekte Beschreibung für das, was wir in dieser Handelswoche im DAX erleben konnten. Der deutsche Leitindex – der noch am 23. Oktober auf sein Korrekturtief bei 14.630 gefallen war – raste nämlich (und da ergibt der Verweis auf den oben erwähnten Streifen gleich noch einen Sinn, schließlich werden darin die in den 70ern in den USA sehr populären „Cannonball“-Autorennen thematisiert) auf gleich mehrere Rekordmarken. Sowohl am Dienstag als auch zur Wochenmitte stiegen die heimischen Blue Chips auf Intraday- und Schlusskursbasis auf neue historische Höchststände! Konkret:

Aufgesattelt

16.727 und 16.656, so lauten die aktuellen Bestmarken, die der DAX am Mittwoch aufgestellt hat. Damit konnte das Aktienbarometer seit dem bereits angesprochenen Korrekturtief in der Spitze 14,3% zulegen, was (vor allem in dieser Woche) mit neu aufkommenden Zinssenkungsfantasien nach dem unerwartet deutlichen Inflationsrückgang begründet wurde. Gleichzeitig wurde das V-Muster, das sich infolge des besagten Tiefs und der anschließenden Erholung herausgebildet hatte, nicht nur mit dem Ausbruch über das Oktober-Top bei 15.575 bullish aufgelöst werden. Mittlerweile ist das rechnerische Aufwärtspotenzial, das aus dieser V-Formation abgeleitet werden konnte, auch vollständig abgearbeitet beziehungsweise erschöpft – was zumindest aus charttechnischer Sicht für einen trendbestätigenden Rücksetzer in Form von ersten Gewinnmitnahmen sprechen würde.

Aufgefangen

Im Chart selbst sind die Kursmarken jetzt zum einen klar verteilt und zum anderen auch sehr übersichtlich. Zumindest auf der Oberseite, denn da bremst derzeit lediglich das Rekordhoch vom gestrigen (bitte beachten, der Market Mover erscheint in dieser Woche bereits am Donnerstag!) Mittwoch bei 16.727 Punkten. Darüber wäre der Weg, wie bei Allzeithochs allgemein so üblich, frei von Widerständen, der erste Orientierungspunkt könnte an der 17.000er-Barriere angetragen werden. Auf der Unterseite sollte dagegen das Juli-Top bei 16.529 einen kleineres Rücksetzer auffangen, bevor das Juni-Hoch bei 16.427 und das Mai-Top bei 16.332 als mögliche Haltestellen nachrücken würden. Eine Etage tiefer kämen dann die beiden August-Hochs bei 16.060 und 16.043 sowie die runde 16.000er-Schwelle als Wendemarken für ein Pullback infrage.