Chart Nokia (WKN 870737)

(Prime Quants) – Der Knaller des Tages ist verarbeitet: Nokia beabsichtigt die Mobiltelefonie aufzugeben. Ähnlich wie sich Siemens vom Markt zurückgezogen hat, wird auch Nokia in Zukunft keine Mobiltelefone mehr herstellen. So wird es jedenfalls sein, wenn der Deal mit Microsoft zustande kommt. Bis zu 4,33 Euro kostete die Aktie der Finnen am Dienstag schon und steht im Moment bei 4,08 Euro mit 38 Prozent im Plus. Zeichnete sich eine derartige Übernahme im Vorfeld ab? Wahrscheinlich nicht. Allerdings gibt es ein paar interessante Nebeninformationen, die den geplanten Deal in einem sonderbaren Licht stehen lassen.

Dass Microsoft seit Jahren versucht neue Geschäftsfelder zu eröffnen, ist kein Geheimnis. Schließlich haben die US-Amerikaner über die Jahre ernsthafte Konkurrenz im Bereich Betriebssysteme bekommen. Die Bedeutung von Windows nahm im Zuge des Aufstiegs der mobilen Geräte rasant ab. In der Regel wurden die meisten Smartphones mit Android oder entsprechenden Programmen von Apple lauffähig gemacht. Das eine oder andere Millionengrab hat Microsoft daher in seinen Büchern stehen. Unlängst wurden rund 600 Millionen Dollar auf Tablet-PCs abgeschrieben. Dass der Kampf um den Kunden bereits bei der Gerätewahl entschieden wird, hat Microsoft bemerkt, sich bislang aber nicht wacker dabei geschlagen. Aber was hat das eigentlich mit Nokia zu tun?

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Microsoft hatte zuletzt seine Tabletsparte eingestampft und Nokia verkündete in diesem Segment aktiver werden zu wollen. Das passt zusammen, wo doch beide Unternehmen schon sehr eng miteinander arbeiten. Zweiter Fakt: Steve Ballmer verlässt Microsoft, so hieß es jedenfalls vor etwa einer Woche. Angeblich soll sogar Microsoft-Gründer Bill Gates persönlich bei der Wahl des Nachfolgers helfen wollen. Mit Sicherheit wurde dort schon über den anstehenden Zukauf durch Nokias Mobilsparte verhandelt. Ist Steve Ballmer „gegangen worden“, weil die Eigentümer das nächste Millionengrab oder in diesem Fall sogar Milliardengrab befürchten? Als Kaufpreis kursieren immerhin 5,44 Milliarden Euro. Oder schmeißt der sonst so laute Microsoftchef hin, weil er gegen den Deal war?

Während die wirklich spannenden Fragen rund um die spektakuläre Übernahme wohl zunächst unbeantwortet bleiben, passiert der Aktie von Nokia natürlich das, was zu erwarten war. Kaum jagte die Meldung über die Ticker, explodiert die Aktie und alle wittern in Microsoft einen Abnehmer, der geschröpft werden kann. Wenn sich da mal nicht viele Spekulanten die Finger verbrennen, denn auch Microsoft wird für ein solches Mammutprojekt sicherlich eine Schmerzgrenze haben.

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