„Der Fuchs bellt nicht, wenn er das Lamm stehlen will“ lehrte uns einst William Shakespeare. Jeroen Dijsselbloem hat dies anscheinend aber nicht verstanden. Der Vorsitzende der Euro-Gruppe ist gerade mal 67 Tage im Amt und hat schon für den ersten folgenschweren Fauxpas gesorgt. Dijsselbloem empfahl das Zypern-Modell als Blaupause für künftige Krisensituationen in der Eurozone und verschreckte damit die Investoren. Wie stark die jüngsten Turbulenzen noch nachwirken, wird sich wohl erst in den kommenden Wochen zeigen. Fakt ist: Rein wirtschaftlich betrachtet spielt Zypern eine untergeordnete Rolle. Anders sieht es hingegen in Italien aus. Von einer Regierungsbildung scheinen die Südeuropäer noch immer meilenweit entfernt. Die gestrige Anleiheauktion ist dennoch gut verlaufen, auch wenn nicht alle Papiere unter das Volk gebracht werden konnten.

DAX

„Die Hausse wächst in der Skepsis“ schrieben wir zuletzt. Und tatsächlich sollte man jetzt nicht in Schwarzmalerei verfallen, auch wenn die Euro-Krise medial wieder hochgepusht wird. Die Zypern-Kapriolen dürften auch schnell wieder aus der Tagespresse verschwinden und sollten eventuell bereits im kommenden Monat kein Thema mehr sein – ähnlich wie es bei Portugal, Irland oder Griechenland der Fall war, die wohlgemerkt aus wirtschaftlicher Sicht wesentlich bedeutender sind.

Die große Rallye gab es auf dem heimischen Parkett im ersten Quartal allerdings nicht. Der DAX kommt Ende März auf eine Drei-Monats-Performance von lediglich rund 2 ½ Prozent. Besser sieht es bei den deutschen Nebenwerten aus. Der MDAX weist ein strammes Plus von mehr als 11 Prozent vor. Eine europäische Ausnahmeerscheinung, denn grundsätzlich zogen die Kurse vor allem in den USA und Japan kräftig an. Kein Wunder, denn hier setzt man auf eine extrem lockere Geldpolitik. Grundsätzlich bleiben wir vorerst weiter optimistisch, was nicht etwa den tollen Perspektiven geschuldet ist, sondern vielmehr darauf beruht, dass wir den aktuellen Belastungsthemen eine nicht allzu lange Lebensdauer zusprechen. Die niedrigeren Kurse sehen wir daher als Einstiegsgelegenheit, zumal der mittel- und langfristige Aufwärtstrend intakt ist. Wie weit es dabei aus charttechnischer Sicht noch kurzfristig nach unten gehen kann und bei welchen Titeln wir neue Trading-Gelegenheiten sehen, lesen Sie nun auf den folgenden Seiten. Im Zweifel gilt aber weiter das Motto „lieber long als short“.

Erfolgreiche Trades wünscht

Ihr
Sebastian Jonkisch

{loadposition mainbody_author_sj}
{loadposition inbeitrag_mm_bestellseite}