„Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann, es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weiter macht. Wieviel man einstecken kann und trotzdem weiter macht. Nur so gewinnt man!“ Gesagt hat das vor geraumer Zeit die Filmfigur Rocky Balboa, dargestellt von Sylvester Stallone. Und daran erinnert haben sich offenbar die Wirecard-Anleger, die in den vergangenen zwei Sitzungen die gesamte emotionale Bandbreite eines Boxers bzw. Traders durchleben durften. Oder mussten. Am Montag erst der -12%-Niederschlag, gestern dann das Comeback: Ein Plus von 9,52% katapultierte die Papiere direkt zurück über 180 Euro. Und das ist aus charttechnischer Sicht extrem wichtig:

Mit der Rückeroberung der April-Aufwärtstrendgerade bei 176 UND der horizontalen Eindämmungslinie bei 180 Euro hat Wirecard jetzt beste Chancen, direkt wieder in Richtung der Schiebezone rund um die 190er-Marke durchzustarten. Von dort wäre dann der nächste Angriff auf das aktuelle Rekordhoch bei 199 Euro A möglich und B keine große Überraschung. Neue, kraftvolle Kaufsignale kämen im Anschluss, also nach einem Sprung über die 200er-Barriere (Achtung, hier gilt wie immer der Schlusskurs!) ins Spiel. Beziehungsweise in den Markt. Übrigens: Die jüngsten Analystenempfehlungen teilen diese Einschätzung, gerade erst hat Credit Suisse 200 Euro als Kursziel ausgegeben und die Einstufung auf „Outperform“ angehoben, Berenberg sieht das Kursziel bei 210 und hat die Einstufung auf „Buy“ belassen.

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Auf der Unterseite heißt es dennoch wachsam bleiben – schließlich könnte sich beim Blick auf die markanten August-, September- und jetzt das neue Oktobertief mit etwas Phantasie auch ein kurzfristiger Abwärtstrend konstruieren lassen. Der entweder als Flagge bullish aufgelöst wird, siehe oben. Oder mit dem nächsten Rücksetzer (= Rutsch unter die April-Aufwärtstrendgerade bei 176 per Tagesschluss) Kontur annimmt. Als kursrelevante Haltestellen sollten daher der Bereich um 170/167 Euro sowie die Region zwischen den beiden Korrekturtiefs bei 162 und 159,95 Euro ganz besonders im Auge behalten werden. Denn:

Seasonal Chart Wirecard
Seasonal Chart Wirecard

Ein Absturz unter dieses Kursniveau dürfte eine neuerliche Verkaufswelle auslösen, die dann möglicherweise erst am Juni-Tief bei 130 Euro abebbt. Dagegen spricht jedoch die saisonale Auswertung, die ab Oktober steigende Kurse erwarten lässt: im Schnitt legt Wirecard dabei bis zum Jahresende knapp 15% zu, wobei es im Januar noch besser weitergeht – bis zum 12. Mai folgt dann nämlich die trendstärkte Long-Phase des Jahres, in der die Aktie durchschnittlich noch einmal weitere 20,7% aufsattelt. Wir wären in jedem Fall schon mit einem neuen Allzeithoch zufrieden, weshalb wir unseren Wirecard-Call WKN: CQ9EQE von der Citi, den wir vor zwei Wochen in unserem kostenfreien Trading-Service Market Mover eingekauft haben, erst einmal ohne Einschränkungen laufen lassen!