
Welchen Tag haben wir heute? Richtig, Samstag. Merken Sie was? Genau, wir – also der Market Mover – sind spät dran, schließlich sind Sie es von uns eigentlich gewohnt, dass wir mit der Market Mover Hauptausgabe freitags mehr oder weniger pünktlich zum Start ins Wochenende erscheinen. Doch es gibt selbstverständlich einen triftigen Grund für unsere scheinbare Saumseligkeit: Die Nachbereitung zu unserem ersten Online-Seminar, dem Prime Quants TRADER MEETING vom vorgestrigen Donnerstag hat noch etwas Zeit in Anspruch genommen, denn nachdem Sie sich so viel Mühe damit gemacht haben, uns Ihre Feedbacks zur Veranstaltung zu übermitteln (an dieser Stelle herzlichen Dank für die zahlreichen konstruktiven Rückmeldungen), wollten wir nicht zurückstehen und Ihre Bitten und Anregungen zeitnah erfüllen bzw. umsetzen. Und wer die Entwicklung der Aktienmärkte (vor allem hierzulande) in dieser Woche verfolgte, der weiß, dass da auch nicht viel voran gegangen ist. Man könnte auch sagen – Sie haben nichts verpasst! In Zahlen ausgedrückt liest sich das dann ungefähr so:
Viel Arbeit, wenig Ertrag
Der DAX ging am Freitag vor einer Woche bei einem Zählerstand von 11.651, 50 aus dem Handel. Gestern standen zur Schlussglocke 11.666,97 Punkte auf der Anzeigetafel. Das sind gerade einmal 15 Mini-Pünktchen, mit anderen Worten: kaum der Rede wert. Etwas mehr Bewegung kommt zustande und ins Spiel, wenn wir uns mal eben das Wochenhoch bzw. -tief anschauen, denn da verzeichnen die Chronisten immerhin 11.711,55 auf der Ober- und 11.483,80 Zähler auf der Unterseite. Schwupps, sind wir schon bei knapp 230 Punkten. Zu blöd nur, dass damit kein Staat zu machen ist. Oder besser kein Trend, um beim Thema zu bleiben. Der deutsche Leitindex steckt fest, und zwar mausknietief in derselben Schiebezone, die uns schon im Januar sehr viel Geduld und einen langen Atem abverlangte. Meint man es gut mit den Blue Chips, lässt sich dieses Gekrieche beispielsweise als “Luftholen für den nächsten Rallyeschub” interpretieren. Legt man hingegen etwas strengere Maßstäbe an, fällt auch das Fazit weniger freundlich aus – “risikoavers”, “wenig Hoffnung” oder “orientierungslos” sind die wenig schmeichelhaften Attribute, die dem DAX derzeit zugeschrieben werden können. Dabei hat der Index die erste (und wichtige) Unterstützung in Form der Volumenkante bei 11.440 Zählern nicht einmal getestet. Aber er schafft es eben auch nicht, sich von der ausgesprochen zähklebrigen 11.600er-Marke zu lösen. Und das, obwohl beinahe überall sonst der Bulle tanzt:
Phänomenales Riesending
An der Wall Street jagte nämlich ein Rekordhoch das nächste, Dow Jones, Nasdaq 100 und S&P 500 brillierten mit immer neuen Alltime-Highs um die Wette. Gut, die US-amerikanischen Märkte profitierten gerade gestern natürlich in gewisser Weise von der Aussicht auf etwas “Phänomenales”, ein “Riesending”, das D. J. Trump – zunächst noch etwas vage – in Richtung Steuer(senkung?) und/oder Wirtschaft versprach. Wobei abzuwarten bleibt, ob sich dieses vollmundige Versprechen nicht als letztlich leer entpuppen wird. Aber sei es drum, es zählt allein der Augenblick, und in demselben überholt sogar der MDAX, die Mid Caps aus der zweiten Reihe, den DAX: erstmals in der Geschichte über 23.000, das ist Rekord. Und phänomenal. Und ein Riesending. Auch wenn Trump das so ganz sicher nicht gemeint hat. Wir jedenfalls sind beeindruckt, wie konsequent die deutschen Nebenwerte den Vorgaben aus Übersee folgen, wenngleich wir da aktuell beim Blick auf den Chart durchaus etwas skeptisch sind. Der Höhenflug könnte (bitte den Konjunktiv beachten!) nämlich noch (sic!) in einem Doppel-Top enden, siehe Mai/Juni 2016. Und zwar dann, wenn bei der Party in der Wall Street die Lichter ausgehen.







