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Sebastian Affeld

Sebastian Affeld

Auf der Suche nach dem Impuls

Das Osterfest steht vor der Tür, und manch eine oder einer hat schon die Koffer gepackt, um die kommenden (Feier-)Tage mit der Familie oder einfach nur an einem anderen Ort zu verbringen. Dabei waren die Zeiten auch schon einmal besser, was das Feiern angeht. Krieg, Inflation, Covid-Chaos in China, diese drei Belastungsfaktoren beherrschten das Kursgeschehen in den zurückliegenden Tagen, wie auch schon in den Wochen zuvor. Womit wir direkt bei den Märkten wären, und die taten sich in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche schwer, neue Impulse zu finden. Zumindest, was die Oberseite angeht, denn:

NFT's? Schöne neue (Schein-)Welt!

Neue Woche, neues Glück – oder, im vorliegenden Fall, neues Thema. Und da hatte ich mir für diese Ausgabe eigentlich den Oberbegriff NFT’s zurechtgelegt; Sie wissen schon, diese „Non-Fungible Token“, zertifizierte digitale Unikate, die (wie Kryptowährungen) an Blockchains angehängt sind. Schöne neue (Schein-)Welt, denn ähnlich wie bei Bitcoin & Co ist der Markt zwar extrem gehypt, aber auch ebenso undurchsichtig und unreguliert. Sei es drum, ich fand das jedenfalls hochspannend, allerdings entschied die Redaktionssitzung ziemlich zügig auf „zu umfangreich für dieses Format“. Nun gut, dann werde ich bei Gelegenheit ein Essay darüber schreiben, vielleicht an Ostern, da sind ja ein paar Tage frei. Weswegen, und damit kommen wir zu einem Hinweis in ureigener Sache, der Market Mover in der kommenden Woche auch am (Grün-)Donnerstag erscheinen wird, save the Date! Wenn Sie sich jetzt aber fragen, wie um alles in der Welt der Bogen hin zu den Märkten geschlagen werden soll, dann habe ich hier den guten alten Doppelpunkt im Gepäck:

Auf die Plätze, Inflation!

Während der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen seine 2022er-Wachstumsprognose für das deutsche BIP von einst (= November 2021) 4,6% auf aktuell schmale 1,8% gesenkt hat, klettern andernorts die Zahlen. So zum Beispiel bei den Verbraucherpreisen, an deren Index die berühmt-berüchtigte Inflationsrate gemessen wird. Letztgenannte ist im März, so die erste Schätzung des zuständigen Statistischen Bundesamts, um 7,3% gestiegen, und zwar im Vergleich zum Vorjahresmonat. Sollte sich dieser Anstieg bestätigen, wäre das der höchste Stand seit über 40 Jahren und damit noch vor der Wiedervereinigung. Entsprechend titelte die Tageszeitung mit den vier Buchstaben auch gleich „Historischer Teuer-Schock“ und wies darauf hin, dass „erste Gewerkschaften ein Monster-Lohnplus“ fordern. Ein Monster-Lohnplus? Ach herrje!

Eine gute Nachricht

Während der Krieg in der Ukraine bereits vier Wochen andauert, gehen auch die Unsicherheiten an den Märkten unvermindert weiter. Dabei gibt es, wenn man das denn so nennen will, wenigstens eine halbwegs gute Nachricht: Der VDAX-NEW (WKN A0DMX9), das sogenannte „Angstbarometer“, ist seit seinem Höchststand bei 48,62 Anfang März mittlerweile ein ganzes Stück zurückgekommen. Will heißen, die Marktteilnehmer*innen rechnen mit weniger starken Kursschwankungen, als das noch vor gut drei Wochen der Fall war. Die Betonung liegt jedoch auf „weniger stark“, denn mit Notierungen um 30 Punkte ist der Volatilitätsindex noch weit von den „normalen“ Ständen zwischen 15 und 20 Zählern entfernt. Zum Vergleich:

Lage? Unverändert!

Die Themen, die in dieser Handelswoche das Markt- und Kursgeschehen bestimmten, waren leider immer noch dieselben. Denn der Krieg in der Ukraine geht mit aller Härte weiter und auch die Zinserhöhung der US-Notenbank – der Leitzins wurde um 25 Basispunkte angehoben, die Zinsspanne liegt nun zwischen 0,25 und 0,50 Prozent – war im Vorfeld über Wochen ausgiebig diskutiert und zu guter Letzt genauso erwartet worden. Für die Börsen bedeutete das eine Fortsetzung der volatilen Kursbewegungen, wobei jedes kleine Zeichen einer möglichen Annäherung zwischen Russland und der Ukraine mit Ausschlägen auf der Oberseite gefeiert wurde. Aber:

Im Bärenmarkt

Der Krieg in der Ukraine hält an, und während die Energiepreise als unmittelbare Folge in immer neue Höhen katapultiert werden oder der Goldpreis an der 2.000-Dollar-Marke kratzt, stecken die Aktienmärkte in einem für Krisen typischen Bärenmarkt fest. Immerhin hat es in dieser Woche – genau genommen zur Mitte derselben – zu einer ebenfalls typischen Bärenmarkt-Rallye gereicht:

Klares Signal

Mit einer großen Mehrheit verurteilte die UN-Vollversammlung am Mittwoch in einer extra dafür einberufenen Dringlichkeitssitzung den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. 141 Mitgliedsstaaten stimmten für eine entsprechende Resolution, 35 Länder (inklusive China) enthielten sich, lediglich fünf stimmten dagegen. Russlands schamloser Bruch des Völkerrechts hat die Welt schockiert. Quartalsberichte und Wirtschaftsdaten (wie beispielsweise die jüngsten Inflationszahlen, die hierzulande im Februar auf 5,1% gestiegen sind, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Oder die heutigen Arbeitsmarktdaten in den USA… und so weiter) gerieten in den Hintergrund und wurden binnen kürzester Zeit von den schrecklichen Bildern des Krieges verdrängt. Auch an den Märkten sind die Spuren dieses Krieges deutlich sichtbar:

Aktienmärkte unter Druck

Die russische Invasion in der Ukraine und die damit verbundene Eskalation im Russland/Ukraine-Konflikt hat die westliche Welt, aber auch die Aktienmärkte rund um den Globus kalt erwischt. Für DAX, Dow Jones und all die anderen Börsenbarometer ging es deutlich abwärts. Trotz der heutigen Gegenbewegung steht beispielsweise beim deutschen Leitindex für diese Woche ein Minus von über 5% zu Buche. Im Tief sind die heimischen Blue Chips dabei am gestrigen „Schwarzen Donnerstag“ bis auf 13.807 Punkte abgerutscht – damit fehlten nur noch 12 Pünktchen bis zum Vor-Corona-Top, das am 17. Februar 2020 bei 13.795 Zählern aufgestellt wurde. Zwei Jahre Börsenrallye ausradiert. Naja, beinahe, zur Schlussglocke schob sich der Index zurück über die rettende 14.000er-Schwelle. Ob die aktuelle Stabilisierung/Erholung aber schon als Turnaround durchgeht, muss sich in den kommenden Sitzungen erst noch bestätigen. Immerhin sind die nächsten Chartmarken einigermaßen klar umrissen:

Die Angst auf dem Parkett

Die Angst geht um, auf dem Parkett. Und zwar nicht nur vor einem russischen Angriff auf die Ukraine. Sondern auch vor weiter fallenden Kursen, vor allem in Verbindung mit immer weiter steigenden Preisen. Denn die Kriegsgefahr im Osten Europas ist das eine. Die unvermindert ansteigenden Kosten für Energie et cetera sind das andere. Knapp 97 US-Dollar kostete ein Barrel (= 159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent am Montag und damit so viel wie seit fast acht Jahren nicht mehr. Dabei hatte das schwarze Gold schon im vergangenen Jahr ein sattes Plus von rund 50% eingefahren. Der Preis für Erdgas ist ebenfalls wieder nach Norden abgedreht und nimmt wieder Kurs auf das bisherige Jahreshoch. Gleichzeitig melden die heimischen Gasspeicher historisch niedrige Füllstände für Mitte Februar. Nachdem der Frühling aber beinahe schon vor der Tür steht, dürfte sich die Lage sowohl am Öl- als auch am Gasmarkt zumindest mittelfristig etwas entspannen. Oder?

Hätte, hätte, Lieferkette

Wir haben ein Lieferkettenproblem! Das legen zumindest die Meldungen in den einschlägigen On- und Offline-Medien nahe, und auch beim Supermarkt um die Ecke ist das ein oder andere Regal in letzter Zeit eher übersichtlich sortiert. „Lieferengpässe bremsen Industrie und treiben Preise“ heißt es deshalb auch in einem Dossier des Statistischen Bundesamtes, verbunden mit dem Hinweis, dass in der Industrie die Nachfrage das Angebot derzeit übersteigt. Dazu passend sind die Gewinne der DAX-Konzerne 2021 mit den bereits kolportierten 115 Milliarden Euro auf eine neue Rekordmarke geklettert. Dabei hat sich die Profitabilität mehr als verdoppelt, wie das Handelsblatt berichtet – schließlich sind die Umsätze lediglich um 10% gestiegen, während die bereits erwähnten Gewinne unglaubliche 170% zulegen konnten. Ob diese irre Performance 2022 wiederholt werden kann, darf oder muss jedoch, Stand heute, erst einmal bezweifelt werden. Das sehen auch die Unternehmen selbst so, denn in dieser Berichtssaison gab es bislang noch nicht allzu viele rosige Ausblicke. Wie sehr das einen Aktienkurs beeinflussen kann, hat sich in dieser Woche bei Delivery Hero gezeigt:

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