Hut ab!

Falls Sie am Mittwoch verhindert waren und das SG Active Trading-Webinar mit meinen hoch geschätzten Kollegen Birgit Klein und Sebastian Hoffmann verpasst haben (den Link zur Aufzeichnung finden Sie hier), dann wird mir die Ehre zuteil, Ihnen heute den Market Mover dieser Woche zu präsentieren. Dabei handelt es sich einmal mehr um den Elektroautobauer Tesla, der sich allmählich echten Legendenstatus erwirbt. Der Börsenüberflieger 2020 – damals ging es für die Aktie über 700% nach oben – setzt auch in der laufenden Saison Maßstäbe. So wurden im Monat September beispielsweise in Deutschland mehr Tesla Model 3 neu zugelassen als Audi A3, BMW 3er und Mercedes C-Klasse zusammen, wie das Handelsblatt berichtete. Auch Lieferkettenprobleme oder Chipmangel perlten an Tesla ab wie Wassertropfen an meiner neuen Regenjacke. Für das dritte Quartal vermeldete Musks E-Autoschmiede neue Rekorde beim Umsatz (+57% auf 13,8 Milliarden US-Dollar) und, weil’s so schön ist, auch gleich beim Gewinn:

Die Spannung steigt

Bevor Sie im Archiv nachschauen und sich anschließend zu Recht beschweren – ja, diese Überschrift hatten wir im Laufe der vergangenen zehn Jahre schon einmal. Mindestens. Aber, und deshalb greife ich heute in die gute alte Überschriften-Mottenkiste, die Spannung steigt tatsächlich. Ist halt so. Und zwar politisch, wirtschaftlich sowie, so viel darf ich an dieser Stelle verraten, auch privat. Im letztgenannten Bereich warten wir auf die Geburt unseres dritten Kindes, das just an meinem runden Geburtstag in der kommenden Woche das Licht der Welt erblicken soll. Auf der politischen Bühne entscheidet sich voraussichtlich am heutigen Freitag, ob den Sondierungen der vergangenen Wochen in den kommenden Tagen ernsthafte Koalitionsverhandlungen folgen. Was eine künftige Ampelregierung aus SPD, FDP und Grünen etwas wahrscheinlicher werden ließe. Bleibt der dritte Schauplatz, womit wir zu den Märkten kommen. Hier (oder besser dort) sind es gleich mehrere Faktoren, die die Anleger in Atem halten. Zum Beispiel:

Down und vorübergehend auch out

„hello literally everyone“ zwitscherte Twitter am frühen Montagabend unserer Zeit in die Welt. Das Besondere daran war das Wörtchen „literally“, also buchstäblich, ins Deutsche übersetzt. Denn die Konkurrenz war zu diesem Zeitpunkt down. Aus die Maus. Nichts ging mehr, bei Facebook, Instagram und WhatsApp. 3,5 Milliarden User*innen waren gut sechs Stunden offline, etwa 25 Milliarden WhatsApp-Nachrichten konnten nicht versendet werden, 125 Millionen Posts blieben bei Instagram stecken und gut 53 Millionen Beiträge verliefen bei Facebook im virtuellen Sande. Grund für den bislang größten Ausfall aller Zeiten war wohl ein Fehler in einer Konfigurationsänderung. Der wog gleich so schwer, dass einem Bericht der New York Times zufolge gleich ein ganzes Team im Rechenzentrum in Santa Barbara anrücken musste, um einen manuellen Reset vorzunehmen. In der Zwischenzeit rauschte die Aktie des Unternehmens in den Keller, rund 40 Milliarden US-Dollar Börsenwert lösten sich in Luft auf. Allein für Facebook-Gründer und Mastermind Mark Zuckerberg stand ein Minus von 6 Milliarden US-Dollar zu Buche. Das dürfte der Multimilliardär angesichts des verbleibenden Vermögens von etwa 122 Milliarden US-Dollar zwar verschmerzen, der Imageverlust könnte Zuckerberg hingegen durchaus noch eine Weile beschäftigen. Und:

Ja da schau her!

Am Dienstag startete die mittlerweile 21. Staffel der ZDF-Vorabendserie „Rosenheim Cops“ mit insgesamt 26 neuen Folgen. Bei den zahlreichen Fans genießt die Krimireihe längst Kultstatus, und im kommenden Jahr feiert das Team um die beiden (aktuellen) Kommissare Stadler und Hansen, Polizeihauptmeister Michi Mohr und die gute Seele Frau Stockl, den 20. Geburtstag und die 500. Folge. Frau Stockl, gespielt von Marisa Burger, eröffnet die Handlung zumeist mit dem legendären „Herr (Name des diensthabenden Kommissars), es gabat a Leich!“, was übersetzt so viel wie „es gibt eine(n) Tote(n)“ bedeutet. Mindestens genauso legendär war der 2020 verstorbene Joseph Hannesschläger in seiner Rolle als Kommissar Korbinian Hofer, der bei seinen Ermittlungen gerne ein vielsagendes „Ja da schau her!“ einfließen ließ. Und ein ebensolches entfuhr mir bei Bekanntgabe der Wahlergebnisse am späten Sonntagabend. Knapper geht ja wohl nicht, vor allem im Bund, aber auch in meiner Heimatstadt Berlin.

Bloß kein „Weiter so“!

wer jetzt, angesichts der plakativen Überschrift, ein flammendes Plädoyer für einen baldigen Regierungswechsel erwartet, den/die muss ich leider sogleich enttäuschen. Ich habe meine (Brief-)Wahl schon längst getroffen und kann das mutmaßliche Spektakel übermorgen in aller Ruhe und Gelassenheit am Bildschirm verfolgen. Mein provokantes „Weiter so“ bezog sich auch eher auf die Notenbanken. Vor zwei Tagen tagte die Fed und tat sich wieder einmal ausgesprochen schwer, einen Lösungsansatz für die nötige Korrektur der expansiven Geldpolitik zu entwickeln. Immerhin zeigten sich die Währungshüter dann doch mehr als Falke statt als Taube, denn die Reduzierung der milliardenschweren Anleihekäufe wurde zumindest angekündigt bzw. angedeutet und könnte (wenn es im Großen und Ganzen bei der aktuellen Situation bleibt, wie Fed-Chef Powell so schön sagte) schon auf der nächsten Sitzung eingeleitet werden. Und auch den ersten Zinsschritt erwarten die Notenbanker nun bereits im kommenden Jahr. Zunächst fließt die Flut des billigen Geldes aber unvermindert weiter – völlig verrückt und gegen jede Lehrmeinung. „Aber es deutet vieles darauf hin, dass das Verrückte einstweilen als normal angesehen werden muss.“, wie es Tobias Straumann schon im Februar in einem Kommentar in der NZZ formulierte. Die Märkte jedenfalls haben sich längst an das neue Normal gewöhnt:

Ein Hauch Geschichte

Hand aufs Herz – wer von Ihnen hatte vor, sagen wir einmal Montag, Dienstag dieser Woche schon von Evergrande gehört und dabei nicht an den neuen Film von, nun, vielleicht Clint Eastwood oder Robert Redford gedacht? Das dürfte sich in den zurückliegenden Tagen gründlich geändert haben, denn der mögliche Kollaps des chinesischen Immobilien-/Multikonzerns ging zuletzt viral. Beziehungsweise durch die Presse, ist ja nicht immer dasselbe. Jedenfalls schlug das – immerhin zweitgrößte Immobilienunternehmen aus dem Reich der Mitte – zur Wochenmitte ziemlich hohe Wellen, nachdem staatliche Stellen vor Zahlungsausfällen des Immoriesen warnten. Einem Bericht des Spiegel zufolge (und unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich wiederum ihrerseits auf einen Insider beruft) könnte Evergrande schon am 20. September das Geld ausgehen; dann nämlich werden die nächsten Zinsen für diverse laufende Kredite fällig. Insgesamt, so wird kolportiert, sitzt der Konzern auf einem Schuldenberg in Höhe von über 300 Milliarden US-Dollar. Zur Erinnerung:

Die heiße Phase

Es ist ganz offensichtlich – der Bundestagswahlkampf 2021 ist mittlerweile in die heiße Phase eingetreten. Das liegt zum einen natürlich daran, dass wir heute den 10. September schreiben und damit noch genau 16 Tage bis zum Urnengang bleiben. Zum anderen, und dieses Merkmal ist selten vom Kalender oder Zeitplan, sondern vielmehr von den Umfragen abhängig, wird der Ton (der in dieser Saison ohnehin kein allzu guter war, was den Umgang mit und unter den Kandidierenden anging) noch lauter, noch schriller, noch durchdringender. Beinahe so, als ob womöglich (Achtung, Ironie!) die Zukunft unseres Landes von dieser Wahl (übrigens die zum 20. Deutschen Bundestag) abhängen würde. Wen wundert’s da, dass ein Hauch von Anspannung nun auch die heimischen Aktienmärkte erreicht hat. Das fröhliche Laissez-faire, das noch in den Sommermonaten auf dem Parkett vorherrschte, ist zuletzt einer gewissen Nervosität gewichen. Die Folge:

Spekulationsobjekt

Es darf wieder spekuliert werden! Pünktlich zum Start in den September beherrschte der Umbau des DAX die Schlagzeilen. Naja, zumindest jene, die sich überwiegend und/oder vorrangig mit Börse beschäftigen. Dabei ist die spannende, alles beherrschende Frage (nette Parallele übrigens zum derzeit laufenden Bundestagswahlkampf) vor allem eine: wer macht das Rennen? Anders als beim Kampf ums Kanzleramt, wo bekanntlich nur ein Platz besetzt wird, geht es bei der Neubesetzung des Deutschen Aktienindex, wie der DAX mit vollem Namen heißt, gleich um zehn freie Sitze. Entsprechend groß ist die Auswahl, wobei ein Kriterium schon von vornherein klar ist. Schließlich kommen alle Anwärter aus dem MDAX – der damit, so einfach kann Mathematik manchmal sein, von jetzt 60 auf erneut 50 Werte zurückgeführt wird. Plus zehn hier, minus zehn da, sozusagen. Für manche wird der Mid Cap Index dadurch zwar seiner besten Pferde beraubt, darin könnte aber vielleicht auch eine Chance für kleinere Unternehmen liegen, alsbald ebenfalls groß aufzutrumpfen. So wie die Kandidaten, über deren Aufstieg noch bis heute Abend spekuliert werden darf. Als da wären:

Fed im Fokus

Aus aktuellem Anlass wird die heutige Ausgabe knapper ausfallen, als Sie das sonst gewohnt sind. Denn es hat mich erwischt. Trotz allergrößter Vorsicht hat mich eine fiese Sommergrippe erst erwischt und anschließend prompt niedergestreckt. Ob es nun die Erst- oder der Zweitgeborene war, die/der das Influenzavirus aus der Kita mit nachhause gebracht haben könnte, lässt sich nicht mehr gesichert ermitteln. Ist auch unerheblich, meinem lädierten Zustand nach waren es ohnehin vermutlich beide. Lustigerweise passte mein temporäres Siechtum genau zu dieser (Handels-)Woche, denn auch da war überwiegend Auszeit angesagt. Zwar schafften es die US-Aktienmärkte – natürlich, muss hier beinahe schon gesagt werden – erneut auf neue Allzeithochs. Doch eine größere Aufwärtsbewegung konnte eben nicht verzeichnet werden. Stattdessen wurde gewartet:

Das Gesetz der Serie

Heute möchte ich – auch und gerade weil wir in dieser Woche mit so vielen schrecklichen, verstörenden Bildern konfrontiert wurden – noch einmal ein paar Wochen in der Zeit zurückgehen und auf die diesjährige Europameisterschaft im Herrenfußball zurückkommen. Bei diesem, von den Veranstaltern liebevoll „UEFA 2020“ genannten Großereignis hat die am Ende siegreiche Squadra Azzurra (aka italienische Nationalelf) nicht nur sehr souverän den Titel gewonnen, sondern auch einen neuen Rekord aufgestellt. 34 Spiele ohne Niederlage in Serie, das ist – genau, Rekord. Von dem sind die folgenden Protagonisten zwar noch ein gutes Stück entfernt, dennoch war die Performance, die sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der unverändert breiter gefasste S&P 500 zuletzt aufs Parkett legten, durchaus sehenswert. Denn an immerhin fünf Tagen in Folge schraubten sich die beiden Aktienindizes auf neue, Achtung, Rekordmarken. Das ist die längste Serie seit Mitte März im Dow Jones, der damals sechs neue Bestmarken hintereinander erzielte. Beziehungsweise seit, nun ja, nicht ganz so spektakulär, Anfang Juli im S&P 500, wo bis zum 7. Juli doch tatsächlich neun Rekorde in Folge aufgestellt wurden. Der, was sonst, Rekord liegt (beim S&P 500) übrigens bei 14 Alltime-Highs und datiert vom 25. März 1998 sowie 13 neue Höchststände hintereinander beim Dow Jones aus dem April 1983. Und der DAX?

Melden Sie sich jetzt für den Market Mover an - 100% kostenfrei, topaktuell und jederzeit abbestellbar.

Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Prime-Quants.de-Redaktion ist in genannten Wertpapieren / Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels eventuell investiert. Es liegt möglicherweise ein Interessenskonflikt vor. In der Regel finden Sie im Artikel selbst einen Hinweis darauf, falls dem so ist. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Disclaimer: Der Inhalt der Webseite ist nicht als Angebot zum Erwerb der hier oder auf weiterführenden Webseiten beschriebenen Produkte zu verstehen. Die auf der Webseite angezeigten Inhalte sind unverbindlich und dienen lediglich zu Informationszwecken. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung zum Erwerb der beschriebenen Produkte dar. Die Informationen zur Wertentwicklung in der Vergangenheit bieten keine Gewähr für zukünftige Erträge. Aussagen die Zukunft betreffend sind immer risikobehaftet. Die Inhalte unserer Seiten erstellten wir mit größter Sorgfalt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit Aktualität und Angemessenheit der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach § 8 bis § 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung von Prime Quants wieder und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Wir behalten uns das Recht vor jederzeit die Webseite teilweise oder vollständig zu verändern, den Betrieb einzuschränken oder zu beenden. Das Recht diese Bedingungen jederzeit zu ändern oder zu ergänzen wird von den Betreibern vorbehalten. Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Vervielfältigung der Seiten oder ihrer Inhalte bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Urhebers. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Detaillierte Informationen können Sie hier einsehen: Disclaimer