Es bleibt beim Versuch!

Neue Woche, neues Glück, frei nach diesem Motto haben sich die Aktienmärkte in den zurückliegenden Sitzungen an neuen Ausbruchsversuchen…nun ja, versucht eben. Denn so richtig wollte der Funke dann doch nicht überspringen; am Montag schraubten sich die deutschen Blue Chips beispielsweise bis auf das amtierende Julihoch bei 12.843 Punkten, mehr war aber – wieder einmal – nicht drin, jedenfalls nicht bis einschließlich gestern. Da starteten die Notierungen zwar einen neuen Anlauf – getragen übrigens von den sehr guten Ergebnissen bei SAP –, doch der Kursrutsch an der Wall Street machte den Bullen direkt den nächsten Strich durch die Rechnung. Dabei lässt sich jenseits des Großen Teichs ohnehin ein mehr als zweigeteiltes Bild bestaunen. Denn die einzelnen Facetten sind recht vielfältig:

Market Mover: Mehr Krimi geht nicht!

Wer sich die gestrige Nacht beim Kultursender arte um die Ohren geschlagen hat, konnte die Folgen 1-4 der (zu Recht!) preisgekrönten ersten Staffel von „The Killing“ verfolgen, einem echten Highlight des sogenannten „Nordic Noir“, eines auch als Nordic Crime oder Scandinavian Noir bezeichneten Literatur- und Filmgenres. By the (nordic) way bzw. wer nachts lieber schläft: Alle drei Staffeln von „The Killing“ sind noch bis März in der arte Mediathek abrufbar. Zu einem echten Thriller wächst sich aber auch der Bilanzskandal um Wirecard aus. Dabei geraten mittlerweile auch die BaFin sowie der Wirtschaftsprüfer der Aschheimer, Ernst & Young oder kurz EY, unter Druck. Die Deutsche Börse will dagegen die Regeln für DAX-notierte Unternehmen verschärfen. Keine Spur gibt es hingegen weiterhin von Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der laut Medienberichten inzwischen per internationalem Haftbefehl gesucht wird. Mehr Krimi geht nicht? Stimmt, doch auch der DAX hat es in dieser Woche wieder richtig spannend gemacht:

Schlag ins Kontor - DAX, Wirecard

Eine weitere Woche im Jahreskreis 2020 nähert sich ihrem natürlichen Ende, und auch diesmal war allerlei Kurioses geboten. So wurde das Rettungspaket für die Lufthansa abgesegnet, womit die Airline vor der harten Sanierung in der Insolvenz gerettet werden konnte. Ob das nun gut oder schlecht ist, darüber darf weiter diskutiert werden, nicht immer führen derartige Maßnahmen ja zum gewünschten Erfolg. Der scheint auch bei Wirecard endgültig der Vergangenheit anzugehören, denn für die Aktie ging es noch einmal deutlich tiefer. Dabei dürfte der Boden nach dem jüngsten Schlag ins Kontor längst nicht erreicht sein; gerade erst hat die Bank of America, kurz BofA, als neues Kursziel einen Euro ausgegeben. Passend dazu stellte das Unternehmen (Wirecard, nicht die BofA) gestern als erster DAX-Wert überhaupt einen Antrag auf Insolvenz, die Aktie musste vorübergehend vom Handel ausgesetzt werden und fand sich anschließend bei 2,50 Euro wieder. Abwärts ging es zwischenzeitlich allerdings auch für den DAX:

Market Mover: Das Ende einer Erfolgsgeschichte?

Wir können die heutige Ausgabe nicht beginnen, ohne einen Blick auf den dramatischen Kursabsturz bei Wirecard zu werfen. Der bewegte gestern die Gemüter – und noch mehr die Aktie, denn für die ging es im Tief bis auf 29,90 Euro hinunter. Das entsprach einem zwischenzeitlichen Minus von über 71%, auf den Schlusskurs vom Mittwochabend bei 104,50 Euro bezogen. Und erklärte sich mit folgender Ad hoc-Meldung, die wir hier zitieren: „Wirecard AG: Veröffentlichungstermin für Jahres- und Konzernabschluss 2019 verschoben wegen Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen“. Den vollständigen Inhalt können Sie hier nachlesen, dpa-AFX meldete wenig später, dass der Online-Zahlungsdienstleister Strafanzeige gegen Unbekannt stellen wolle und sich als Opfer eines „gigantischen Betrugs“ sehe. Ob wir da gestern das Ende einer Erfolgsgeschichte gesehen haben, ist zwar immer noch nicht endgültig erwiesen. Fakt ist jedoch, dass der einstige Highflyer sehr tief gefallen ist, und das kann hier absolut wörtlich genommen werden. Und dass die Erfolgsgeschichte von Markus Braun bei Wirecard ihr Ende gefunden hat, ist nun auch amtlich - Braun ist heute mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. So, und war sonst noch was?

Market Mover: Die zweite Welle!

Noch sind sich die Experten uneins, aber gerade deshalb kann sie nicht ausgeschlossen werden, die zweite Welle. Das gilt sowohl für die Corona-Pandemie, in der die kommenden Wochen und Monate erst noch zeigen müssen, wieviel Lockerung Europa verträgt, aus epidemiologischer Sicht. Als auch, und damit kriegen wir auch sogleich die Kurve hin zu unserem eigentlichen Thema, für die Aktienmärkte. Denn da droht latent ebenfalls eine zweite (Abwärts-)Welle. Insbesondere deshalb, weil die Indizes ihre Corona-Crash-Dellen zwischenzeitlich vollständig (Nasdaq 100) oder annähernd (DAX, MDAX, Dow Jones…) ausgebügelt haben, mehren sich die Mahner, die vor dem nächsten Rückschlag warnen. Passend dazu legten die Kurse in dieser Woche auch wieder den Rückwärtsgang ein, wobei aus charttechnischer Sicht explizit am Fronleichnams-Donnerstag die ersten Alarmlampen aufleuchten. Denn:

Wirecard – Der Countdown läuft!

Der Countdown läuft, für den ehemaligen Highflyer und Anlegerliebling Wirecard. Denn in acht Tagen könnte es diesmal wirklich „Hopp oder Top“ heißen – wenn denn der Jahresabschluss 2019 endlich vorgelegt wird. Der wurde bekanntlich bereits mehrfach verschoben, und noch immer ist vollkommen offen, ob es A ein vollständiges oder B ein eingeschränktes oder gar C schlichtweg kein Testat der Wirtschaftsprüfer von EY geben wird. Beziehungsweise ob, und das wäre dann wohl Variante D, der Termin überhaupt eingehalten werden kann. Was das mit der Aktie macht? Hier die Antwort:

Lufthansa – Jetzt kaufen?

Was haben der sagenhafte Phönix und der Kranich gemeinsam? Richtig, sind beides Vögel und mit allerlei Mythen belegt. So soll der eine gelegentlich aus der eigenen Asche steigen und in neuem Glanz erstrahlen, während der andere rund um den Globus als Glücksbringer gilt. Praktischerweise hat die Deutsche Lufthansa den Kranich im Logo, aber auch die Eigenschaften eines Phönix könnten in der aktuellen Geschäftslage nicht schaden. Denn die Airline muss wieder an Höhe gewinnen, um den Corona-Crash auszubügeln. Für die Aktie ging es zuletzt jedenfalls schon mal aufwärts, aber sind die Papiere damit auch ein Kauf? Wir haben im Chart nachgeschaut:

Ein Paket für die Konjunktur!

So, das war er nun also, der ganz große Wurf der (ebenfalls großen, aber das ist eine andere Geschichte) Koalition. Mehrwertsteuer runter und Unterstützung für Familien rauf, etwas Hilfestellung (rund 5 Milliarden Euro, um genau zu sein) für die Deutsche Bahn, 6 Milliarden für die Kommunen und… keine Kaufprämie für Verbrenner-PKW. Entsprechend überschaubar fiel die Begeisterung der Automobilindustrie aus, hatte die doch bis zuletzt gehofft, dass den Kund*inn*en ein satter Anreiz für den Erwerb eines der – dank ausreichender Produktion überaus zahlreich vorhandenen – klassischen Benziner- bzw. Dieselmodelle geboten werden würde. Der Stimulus solle, so die Meinung der Entscheider, stattdessen über die bereits erwähnte Mehrwertsteuersenkung kommen. Über deren Sinnhaftigkeit darf jedoch zumindest nachgedacht werden:

Market Mover: Tendenz: steigend!

Während die (Welt-)Wirtschaft unter der Coronavirus-Last ächzt und beinahe in die Knie geht, machen die Märkte munter weiter, mit ihrer Kletterpartie. Nach den Tech-Indizes, die bereits in den Vorwochen ihre 200-Tage-Linien zurückerobern und damit auch formal in den Aufwärtstrend zurückkehren konnten, sind nun beispielsweise der S&P 500 und der MDAX dran bzw. drüber, über den langfristigen Durchschnitten. Was übrigens einen signifikanten Unterschied zum Krisenverlauf 2008/2009 darstellt; damals dauerte es fast anderthalb Jahre, bis der Dax seinen GD200 wieder überbieten konnte. Denn der Trendwechsel erfolgte bereits im Januar 2008 und damit rund acht Monate vor der legendären Lehman-Pleite, die fast zum Kollaps des westlichen Wirtschaftssystems geführt hätte. Der scheint auch diesmal, dank der vielen Fantastilliarden, die in derzeit in diversen Rettungspaketen diverser Regierungen zusammengeschnürt werden, zunächst abgewendet; wirklich sicher kann man sich da zwar nie sein, an den Märkten herrscht aber schon einmal überbordender Optimismus. Im Chart sieht das dann so aus:

Zeichen und Wunder!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Und das sogar gelegentlich gleichzeitig! Dabei lässt sich diese wunderbare Redensart – die ihren Ursprung übrigens im Alten Testament und damit in der Bibel hat – erfreulicherweise auf so allerlei Ereignisse anwenden, was sie zu einer Art Universal-Sinnspruch macht. In Börsensprech übersetzt, bedeutet sie in dieser Woche folgendes: Der deutsche Leitindex hat sich in den zurückliegenden Tagen von seiner ganz starken Seite gezeigt und auf Wochensicht ein zwischenzeitliches Plus von sage und schreibe (wahlweise höre und staune, auch das ist bei Zeichen und Wundern problemlos möglich) 7% aufgesattelt! Im Chart sah das deshalb vorübergehend wieder so aus:

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